Herzoffen in der Achterbahn | Eva Freisleben

Zugegeben, Achterbahn fahren ist für viele wie das Ausmisten vom Katzenklo: es gibt angenehmere Tätigkeiten.

Stell dir trotzdem mal kurz vor, du möchtest Achterbahn fahren. Du triffst eine mutige Entscheidung und lässt dich auf was Neues ein. Mit Sicherheit verrät dir deine Magengrube jetzt schon, dass da etwas ziemlich Gruseliges auf dich zukommt.

Doch die Weichen sind bereits gestellt und du steuerst zielstrebig auf den Ticketschalter der Achterbahn zu. Ticket gekauft! Puh!!!…geschafft, deine Ausreden sind abgehängt.

Jetzt stehst du in der Warteschlange. Du beginnst ein Gespräch mit den Leuten vor dir und machst Scherze. Bloß nicht dran denken, dass du in den nächsten Minuten selbst in einem dieser Wagons sitzt.

Plötzlich ist es soweit: dein Wagon kommt. Du setzt dich hinein. Du schnallst dich an und dann setzt sich das Gefährt auch schon in Bewegung. 

Du atmest tief. Dein Herz klopft. Irgendwie ist es eng um deine Brust. Es geht langsam und steil bergauf. Du wirst in den Sitz gedrückt. Dein Körper stellt auf Panikmodus und sämtliche Muskeln auf Alarmbereitschaft. Dein Puls schlägt an wie die Ambulanz-Sirene aber aussteigen ist jetzt nicht mehr drin. Verdammt! Was hast du dir eigentlich dabei gedacht?

Genau in dem Moment in dem du dich selbst verfluchst, hast du den höchsten Punkt erreicht. Die Sitzlehne wird von deinem Körpergewicht entlastet. Kurz sitzt du ganz oben, aufrecht in deinem Sitz. Einatmen. Stille. Ausatmen…

Ohhh!!!… OMG!!! Es geht rasend schnell… bergab, in Kurven, bergauf… 

 

Erlebniswelt der Gefühle

 

Das Achterbahn fahren, ist stellvertretend für viele Situationen in deinem Leben, in deiner Beziehung und auch in deinem Business. Letztlich treffen sich all deine Entscheidungen, alle Handlungen in deinem Herzen. Sie bewegen deine Gefühlswelt. 

Auf dieser Achterbahn kenne ich zwei grundlegend verschiedene Verhaltensweisen:

Da ist Jenny, die fest die Augen zukneift. Sie kreischt vor lauter Gefühlsintensität. Sie atmet, wenn überhaupt, kurz und gepresst. Am liebsten würde sie ihren Körper verlassen, um nicht weiter diesem Gefühlswahnsinn ausgesetzt zu sein. Lauthals schreit sie um Hilfe oder sie verflucht sich selbst und die Welt. Innerlich wünscht sie, es wäre schon vorbei.

Und da ist Marta, die Augen auf oder zu, tief in ihren Körper atmet, die diese Achterbahn der Gefühle in sich aufnimmt. Jeder Atemzug geht tiefer, sie bleibt in ihrem Körper und nimmt jede intensive Erfahrung in ihre Zellen auf. Sie spürt ein erhebendes Gefühl, das ihre diese intensiven Gefühle ermöglichen. Innerlich taucht sie mit wacher Neugierde in jede Kurve tiefer in ihre Erfahrung ein.

Am Ende der Achterbahn sind beide, Marta und Jenny nach wie vor am Leben. Beide steigen mit Knien wie Wackelpudding aus dem Wagon. Sie fuhren beide in der selben Geschwindigkeit, beide begegnen den selben Gefühlsauslösern. 

Atemzug für Atemzug. Kurve für Kurve. 

Die Haltung, in der sie die Gefühlsachterbahn erleben ist jedoch von Grund auf verschieden. Die eine ist für ihr Gefühlserleben offen und saugt es auf wie ein trockener Schwamm, die andere will das Gefühlte am liebsten nicht fühlen müssen.

 

Meisterschaft der Emotionen

 

Lange Zeit war ich der Überzeugung, dass es wichtig sei die eigenen Gefühle in Einklang zu bringen. In der Möglichkeit meine Gefühle „balancieren“ zu können versprach ich mir eine heile Gefühlswelt. Viele Jahre habe ich mich nach Harmonie in der Partnerschaft gesehnt.

 

Ich trainierte mir unbewusst die Haltung an:

 

  • Wenn ich dran arbeite und meine Gefühle in Einklang bringe, dann…
  • Wenn wir es schaffen einander unsere Gefühle auszudrücken ohne, dass der andere sich persönlich angegriffen fühlen muss, dann…

 

Ja, wenn das so ist, dann wird die Kommunikation um vieles besser. Das Vertrauen in den Partner wird gefestigt, aber die Gefühle kommen und gehen nach wie vor in genau derselben Intensität.

In Bezug auf mein Gefühlserlebnis verfolgte ich eine bestimmtes Ziel: Harmonie und Einklang in der Beziehung zu mir selbst, mit meinem Mann, meinen Kindern, Freunden, Arbeitskollegen und Geschäftspartnern. In jeglicher Form von sozialen Kontakten strebte ich wie eine Rocky Balboa nach dem legendären Meisterschaftstitel über meine Emotionen. „Trainingsmethoden“ kannte ich viele, wissbegierig und lernfähig war ich schon immer.

Spürst du, wie dieses Thema an Tiefe gewinnt, wenn du dieses Bild der Achterbahn auf dein ganzes Leben anwendest, bei dem am Ende so und so bereits jetzt der Tod wartet?

Gefühle als Treibstoff deines Lebens

 

Das spannende an der Sache ist, ich dachte wenn ich lange und intensiv genug mit meinen Gefühlen arbeite und mich auf die vielfältigsten Begegnungen mit Menschen einlasse, dann klappt das Ding mit meinen Gefühlen auch besser – dachte ich!

Und weißt du was? Meine Erfahrungen haben mir unverblümt und herzlich offenbart, dass das Herz kein Meilenstein am Trainingsplan meines Lebens ist. Das Herz spielt beim zielgerichteten Training der Persönlichkeit einfach nicht mit. Es schlägt immer im eigenen Rhythmus. Genau dann, wenn es das will und so laut wie es das möchte. Und mein Rhythmus geht eben unter die Haut.

Und so ist es auch. So sehr ich mich meiner eigenen Gefühlsarbeit zuwende, die Begegnungen mit Menschen berühren mich nach wie vor sehr tief im Herzen. Menschen berühren meine Gefühle, Musik berührt meine Gefühle, wenn ich meinen Körper bewege, bewege ich meine Gefühle, Gedanken und Worte bewegen meine Gefühle. Und je mehr ich für meine Herzebene sorge, desto offener und lauter spricht es zu mir – und es spricht zu mir in Form von Gefühlen. Es kann nicht mein Lebensziel sein von Gefühlen nicht intensiv berührt zu werden!

Ganz im Gegenteil. Herzoffenheit und Offenheit für das Fühlen aller Gefühle (ja, auch von Angst, Wut und Trauer!) sind der Treibstoff für dein Entwicklungstraining: Das bewusste Wahrnehmen aller Emotionen intensiviert maßgeblich die Lebenserfahrungen, vorausgesetzt, du nimmst sie an als das, was sie sind und versuchst nicht die Baghavad Gita in die Beilage des Sonntagsblatts zu packen.

Das Herz wird erreicht. Gefühle brechen durch. Immer. Was bestimmte Gefühlen in dir auslösen und wie achtsam du damit umgehst, das liegt alleine an dir. 

Für mich ist die Gefühlsebene wie die Essenz der Upanischaden: Gefühlsarbeit ist ein Königsweg zur Erforschung deiner Persönlichkeit und inneren Führung. Verdrängte oder vermischte Gefühle wollen gesehen und erkannt werden. Das ist alles was sie benötigen, um dir ein erfülltes Leben zu schenken.

Deine Herzebene ist deine zentrale Schaltstelle für Erlebnisse und menschliche Begegnung. Du hast den Ganghebel in der Hand und entscheidest, ob du deine Gefühle nutzen willst um noch intensiver in dein Lebensgefühl einzutauchen!

 

Bist du bereit? Spielen wir Marta in der Achterbahn?

 

Words & pics Eva Freisleben

Danke liebe Eva, für deinen wundervollen Blog! Ich schätze dich & dein Wirken sehr.

Eva hat ihr Gold in ein Online Intense fließen lassen, die Anmeldung ist bis 4.9. geöffnet:

 

Authentically You unterstützt dich kraftvoll dabei:

Wie du in Hingabe an deine Essenz deine Marketingtexte authentisch und herzbewusst auf den Punkt bringst und damit Menschen berührst.

Du kannst dich hier anmelden!

 

Alles Liebe

Karin

Eva Freisleben
info@evafreisleben.com

essenztexte | Eva Freisleben ist Marketing-Fachfrau mit dem Blick für die Essenz von Personen und Unternehmen. Als Marketing Coach begleitet sie Menschen auf dem Weg in ihre authentische Sichtbarkeit. Als Texterin verbindet sie ihr feines Sprachgefühl mit intuitiver Energiearbeit und Methoden ganzheitlicher Potenzialentwicklung.

No Comments

Post A Comment